Mittwoch, 2. April 2014

Es ist....wie es ist.......(geht wieder ein Stück weiter)

Ich war heulend auf meinem Bett zusammen gebrochen.
Es war ein Schlag ins Gesicht(oder zumindest was davon noch übrig war).
Meine Zimmernachbarin mit der ich mich mittlerweile sehr gut verstand,wollte gleich wissen was los gewesen sei.Ich erzählte ihr die Geschichte und nachdem ich das getan hatte war ich schon etwas ruhiger geworden.
Einige der Schwestern kamen noch ins Zimmer und wollten nachgucken ob ich mich beruhigt hatte und ob es mir wieder besser ging.Sie wollten die Geschichte auch hören und zeigten sich Fassungslos,das sei ja unfassbar.
Ich hatte mich also beruhigt und das pürrierte Mittagessen kam.Appetit hatte ich keinen nach diesem Erlebnis und diese pürrierte Pampe konnte ich ehrlich gesagt auch einfach nicht mehr ertragen.
Das Zeug war ich sowas von Leid,echt ekelig.
Ich ließ es wieder mal stehen,heute nenne ich sowas Krankenhaus Diät.
Als mein mann später zu Besuch kam,muss man es mir wohl angesehen haben,das es mir echt beschissen ging.Er wollte sofort wissen was los war.Also erzählte ich den Mist unter wieder aufsteigenden Tränen nochmal.Eigentlich wollte ich es nur vergessen.Nicht mehr dran denken.
Und er hatte auch so schon genug Sorgen wegen mir.
Er war total sauer nachdem ich fertig mit erzählen war,war der Meinung das man gegen den Taxifahrer etwas unternehmen müsste.Ja er verteidigte mich echt gegen alles.
Ich hatte an dem nachmittag keine Lust mehr auf Spazieren gehen oder in der Cafeteria sitzen,also blieben wir im Zimmer und unterhielten uns darüber was unsere Tochter so machte und was zu Hause so passierte.Dann schickte ich ihn nach Hause ,er solle sich auch mal ausruhen.Schließlich war er schon Wochenlang fast täglich nach Kiel gekommen um mich zu besuchen und zu sehen.
Ja die Liebe war groß,ich war ihm wichtig!
Oder hatte er ein schlechtes Gewissen?Ich zweifelte immer wieder an mir,wer konnte sowas wie mich schon noch lieben?
Sowas hatte er sich bei unserer Hochzeit bestimmt nicht vorgestellt!
Man war ich manchmal Fertig und voll daneben!!!
Richtig gehend Gaga würde ich heute mal sagen.
Komischerweise hat mich das Erlebnis nicht klein bekommen ,Abends nahm ich mir sogar vor noch Ehrgeiziger zu werden.
Jetzt wollte ich der Welt erst recht zeigen das ich stark sei und alles schaffen könnte wenn ich nur wollte.
Mein Aufstieg!!!!lach
Mein erstes Abenteuer war also am Abend das ich versuchte ohne die Krücken und alleine zum waschen ins Badezimmer zu gehen wollte .
Und was soll ich sagen,ich schaffte die 5 Schritte allein,zwar ein bisschen wackelig aber es klappte.
Meine Bettnachbarin die wegen ihrer Knöchel immer noch nicht aufstehen konnte hatte etwas Angst dabei,wegen dem Fixateur und was passieren könnte wenn ich fiel .Sie wollte sofort klingeln als sie sah was ich da vor hatte.
Meine Beine Zitterten unter meinem Gewicht obwohl ich schlank war wie nie zuvor,aber ohne Krücken hing das ganze Gewicht ja auf meinen Beinen.
Aber wie gesagt es klappte ,sie musste nicht klingeln und ich nahm mir vor jetzt jeden Tag zu üben ohne Hilfe zu gehen.
Nach meinem Wasch Ausflug ging es wieder in mein Baby Bett.(haha)
Nachts quälten mich immer wieder schreckliche Albträume,immer wieder sah ich ein grinsendes Gesicht,ich hörte Blech krachen und das splittern von Glas,sah das Blut über mich laufen.
Diese Bilder wurde ich lange nicht los,und manchmal wenn es mir heute schlecht geht sehe ich sie immer noch und das nach 21 Jahren.
Überall Blut,mein Blut niemand da der mir half,das völlig verschrottete Auto,Sirenengeheul,Hubschrauber Geräusche.
Kaum eine Nacht kamen die Träume nicht,und irgendwann hielt ich sie nicht mehr aus und erzählte dem Arzt davon,dieser schickte dann eine Psychologin zu mir ,
Es hört sich hier an als hätte ich nach dem Unfall also auch noch einen an der Murmel!!!!
Aber ganz so war es dann doch nicht ,die Psychologin war der Meinung ich hätte den Unfall noch nicht verarbeitet sondern nur alles verdrängt,aber wer wollte an sowas auch denken!!!
Sie kam ein paar mal zu Gesprächen vorbei .Ich musste ihr alles erzählen was ich noch von dem Unfall wusste und was ich immer träumen würde.
Sie hörte immer still zu und sagte nie was ,wenn ich nichts sagte stellte sie mir einfach fragen .Später sollte ich Bilder davon malen was ich träumen würde.Mir fiel nicht sonderlich viel ein aber ich malte einfach drauf los .als mir dann wirklich nichts mehr zu malen einfiel,malte ich aus Frust einen Cheesburger weil ich darauf so einen Hunger hatte .Nach so viel von der pürrierten Pampe.

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